“Wer kann noch Informationen über den mutmaßlichen Anlagebetrüger Helmut Kiener geben ? Hohe Belohnung wird garantiert.
Geschrieben am 2. März 2010 von Josef Resch” Der Informant möchte sich noch einmal unter der bekannten Telefonnummer melden”
Der mutmaßliche Anlagebetrüger Helmut Kiener hat nach Informationen des Magazins Capital teils Renditeangaben gefälscht und sich mehrere Jahre um eine echte Buchprüfung gedrückt. So lässt sich kein zugelassener Wirtschaftsprüfer finden, der Kieners K1-Investmentfirmen tatsächlich auf ihre Geschäftstätigkeit hin untersuchte. von Elisabeth Atzler, Frankfurt und Leo Müller, Zürich
Zwar gibt es Prüfer, die Kundenkonten führten und Renditen einbuchten. Doch niemand kontrollierte Kieners konkrete Anlagen. Hinzu kommt, dass Kiener nach Capital-Recherchen zumindest 2001 und 2002 falsche Renditen angab. Die Jahre beendete K1 Global – einer der zwei Kiener-Fonds – je mit Verlust. Kiener aber meldete die starken Renditen von 8,5 Prozent und 11,5 Prozent.
Damit wachsen die Zweifel daran, ob Kiener wie vorgegeben überhaupt Mittel in einzelne Hedge-Fonds gesteckt hat. Außerdem werden immer mehr Parallelen zum Milliardenbetrug von Bernard Madoff in den USA deutlich: Wie in dem Schneeballsystem von Madoff, der Anleger um bis zu 65 Mrd. $ geprellt hat, ist auch die Prüfung der Kiener-Fonds offenbar lax gewesen. Wie Madoff hat Kiener Renditen zumindest zeitweise falsch angegeben. Beide Investmentfirmen waren in Steuerparadiesen registriert, Kieners Fonds auf den Britischen Jungferninseln.Kiener sitzt seit Ende Oktober in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Würzburg wirft ihm Betrug und Untreue vor. Der 50-Jährige soll mit der Firma K1 Global Sub Trust ein verzweigtes Netz an Firmen aufgebaut und Gelder entgegen den Absprachen ausgegeben haben – zum Beispiel für Flugzeuge. Die Kiener-Fonds sollen bis zu 1 Mrd. $ groß sein. Das Geld stammt zum großen Teil von deutschen Privatanlegern.
Inzwischen werden die Investmentvehikel abgewickelt: Der britische Wirtschaftsprüfer Grand Thornton teilte am Mittwoch mit, er sei auch mit der Liquidierung von K1 Global beauftragt. Mit der Auflösung des zweiten Kiener-Fonds, K1 Invest, startete Grand Thornton bereits vor einer Woche.
Die mangelnde Prüfung der Kiener-Fonds lässt auch Bedenken hinsichtlich der Sorgfalt der deutschen Finanzaufsicht BaFin aufkommen: Diese hatte sich jahrelang mit Kiener vor Gericht um die Zulassung seiner Geschäfte gestritten. Nach Capital-Informationen hat sie aber nie bei ihrem Pendant auf den Jungferninseln, der Financial Services Commission (FSC), nachgefragt, welche Bewilligungen für die Anlagetätigkeit Kieners überhaupt vorliegen. Die Firma “ist weder lizenziert noch anderweitig bei der Finanzaufsicht reguliert”, erklärte die FSC auf Anfrage.
Auch lässt sich im offiziellen Register für Publikumsfonds der Britischen Jungferninseln kein Eintrag für K1 Global und K1 Invest ausfindig machen. Der Fonds K1 Global ist lediglich im Register für “Private Funds” zu finden, während K1 Invest als Fonds überhaupt nicht eingetragen ist. Außerdem bestätigte die FSC, dass der von Kiener als Wirtschaftsprüfer angegebene Steuerberater Josef Augustin Becker “nicht als Buchprüfer zugelassen ist”.
Absolute Diskretion wird zugesichert!
AZ:00154
Quelle: FTD vom 19.11.2009

